Content-Strategie für Medizintechnik-Unternehmen: 5 Schritte zur besseren Sichtbarkeit

Medizinisches Gerät im Krankenhaus mit Patient im Hintergrund. Content-Strategie für Medizintechnik-Unternehmen beim Textquartier Marius von der Forst.

Wie Medizintechnik-Unternehmen mit einer klaren Content-Strategie mehr Sichtbarkeit gewinnen – in 5 Schritten, die auch im Mittelstand funktionieren.

Warum Content-Strategie für Medizintechnik-Unternehmen 2026 kein Luxus ist

Rund 500.000 verschiedene Medizinprodukte sind laut dem Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hierzulande zugelassen. 93 Prozent der MedTech-Unternehmen sind kleine und mittelständische Betriebe. Und fast alle stehen vor derselben Herausforderung: Die Produkte sind erklärungsbedürftig, die Entscheidungszyklen lang, die Zielgruppen vielfältig.

Trotzdem bleibt Content-Strategie in vielen Unternehmen eine Randnotiz. Ein Blogartikel hier, ein Whitepaper da – ohne roten Faden, ohne Zielsetzung, ohne messbare Wirkung. Die MedTech-Branche steht laut der BVMed-Herbstumfrage 2025 vor wachsenden wirtschaftlichen Drücken: Steigende Kosten, ein herausforderndes regulatorisches Umfeld durch die Medizinprodukteverordnung (MDR) und zunehmender internationaler Wettbewerb belasten die Margen. In diesem Umfeld erscheint Content-Marketing schnell wie ein nachrangiges Thema.

Das ist ein Irrtum.

Denn sichtbar zu sein – bei Einkaufsentscheidenden in Kliniken, bei verordnenden Fachärztinnen und Fachärzten, bei Beschaffungsverantwortlichen in Pflegeeinrichtungen – funktioniert heute nicht mehr ohne strategische Kommunikation. Als Content-Stratege mit über 8 Jahren Erfahrung im Gesundheitswesen weiß ich: Es fehlt meist nicht an Inhalten, sondern an Struktur. Genau das ändert eine durchdachte Content-Strategie. Wie das in fünf Schritten konkret aussieht, zeige ich Ihnen hier.

Marius von der Forst, Experte für Content-Strategie und Redaktionsplanung, vor einem modernen medizinischen Hintergrund. Textquartier Marius von der Forst.

Schritt 1: Content-Audit – Was haben Sie schon?

Bevor Sie neue Inhalte planen, lohnt ein Blick ins Bestehende. Das Audit deckt auf, welche Inhalte vorhanden sind, welche davon leisten und welche veraltet oder inkonsistent sind.

Erfahrungsgemäß finden sich mehr nutzbare Assets als gedacht: Technische Broschüren, Anwendungsberichte, Messeunterlagen, Schulungsvideos – vieles lässt sich für digitale Kanäle aufbereiten und verlängert so die Lebensdauer bestehender Investitionen.

Das Audit gibt Ihnen außerdem eine klare Datenbasis: Welche Themen fehlen? Wo bestehen Lücken zur anvisierten Zielgruppe? Was läuft bereits gut? Diese Grundlage ist die Voraussetzung für jeden weiteren Schritt.

Schritt 2: Zielgruppe klären – B2B, B2C oder beides?

Medizintechnik-Kommunikation ist keine Einheitsgröße. Entscheidend ist, wen Sie wirklich ansprechen wollen – und welche Rolle diese Personen im Beschaffungs- oder Versorgungsprozess einnehmen.

Drei Zielgruppen stehen häufig im Mittelpunkt:

  • Leistungserbringer als Käufer: Kliniken, Praxen, Pflegeeinrichtungen treffen Kaufentscheidungen auf Basis von Fachsprache, Studiendaten und regulatorischen Argumenten. Hier dominiert klassische B2B-Kommunikation.
  • Leistungserbringer als Vermittler: Arztpraxen oder Pflegedienste empfehlen Hilfsmittel und Produkte weiter. Hier zählen Praktikabilität und verständliche Produkterklärungen.
  • Patientinnen und Patienten: Wer in der Lage ist, ein Wunschprodukt oder einen bevorzugten Hersteller bei der Hilfsmittelbeschaffung zu benennen, beeinflusst Beschaffungsentscheidungen direkt. Für diese Zielgruppe braucht es niedrigschwelligen, barrierefreien Content ohne Fachjargon.

Sprache, Tiefe und Tonalität unterscheiden sich je nach Zielgruppe erheblich. Je klarer Sie das vorab definieren, desto treffsicherer werden Ihre Inhalte.

Schritt 3: Formate wählen – Was wirkt wie?

Ein und dasselbe Thema kann unterschiedlich aufbereitet werden – mit sehr unterschiedlicher Wirkung. Manche Inhalte wirken als Checkliste stärker, andere als Social-Media-Content oder kompaktes Erklärvideo.

Team bei der Planung und Analyse von Inhalten mit Laptop und Notizbuch. Content-Strategie für Medizintechnik-Unternehmen beim Textquartier Marius von der Forst.

Suchmaschinen erkennen inhaltliche Tiefe, wenn ein Unternehmen ein Thema wirklich durchdringt. Das gilt zunehmend auch für Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, Perplexity oder Google Gemini: Diese Systeme werten Inhalte aus dem Web aus und binden sie in Antworten ein. Wer als verlässliche Quelle wahrgenommen werden will, braucht fachlich fundierte, strukturierte Inhalte – kein Keyword-Stuffing, sondern echte Substanz.

Überlegen Sie deshalb für jeden geplanten Inhalt: Welches Format transportiert dieses Thema am wirkungsvollsten? Und auf welchem Kanal erreicht es die Zielgruppe?

Schritt 4: Themencluster strukturieren – Fokus statt Stückwerk

Im Medizintechnik-Kontext bietet sich eine Clusterstruktur an: Eine zentrale Website (im Fachjargon Pillar-Page genannt) deckt ein Oberthema ab, während einzelne Artikel (Cluster-Artikel genannt) einzelne Aspekte vertiefen.

Beispiel 1: Ein Hersteller von Homecare-Produkten könnte eine solche Seite zum Thema „Homecare-Versorgung: Was Hersteller wissen müssen“ aufbauen – ergänzt durch Artikel zu Verschreibungsfähigkeit, Kostenerstattung durch Krankenkassen oder Anwenderschulungen für Pflegefachkräfte.

Beispiel 2: Ein Medizintechnik-Anbieter im Bereich Diagnostik könnte einen Cluster um das Oberthema MDR-Konformität aufbauen: Zulassungsverfahren, Dokumentationspflichten, klinische Bewertung – jedes Thema als eigenständiger Artikel, alle verlinkt mit der zentralen Seite.

Diese Struktur zahlt auf SEO ein, macht Inhalte wiederverwendbar und zeigt Ihren Zielgruppen, dass Sie ein Thema wirklich durchdringen. Interne Verlinkungen stärken zudem die Sichtbarkeit der gesamten Themenwelt.

Schritt 5: Redaktionsplanung – Kontinuität schlägt Quantität

Eine Content-Strategie entfaltet ihre Wirkung nur, wenn sie regelmäßig umgesetzt wird. Ein Redaktionsplan – auch ein schlanker für drei Monate – schafft Verbindlichkeit. Er legt fest, wer wann was veröffentlicht, welcher Kanal bespielt wird und welche Themen Priorität haben.

Für den Medizintechnik-Mittelstand reicht oft ein klarer Rhythmus: ein fundierter Fachbeitrag im Monat, ergänzt durch zeitnahe Reaktionen auf regulatorische Entwicklungen – MDR-Updates oder Neuerungen rund um das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) bieten regelmäßig Anlass für relevanten Content.

Qualität und Kontinuität schlagen Masse. Lieber ein Beitrag pro Monat mit echtem Mehrwert als wöchentliche Schnellschüsse ohne Substanz.

Forscherin mit Handschuhen arbeitet am Mikroskop in einem Labor. Content-Strategie für Medizintechnik-Unternehmen beim Textquartier Marius von der Forst.

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Kein klares Ziel definiert: Content ohne Kommunikationsziel verpufft. Legen Sie vorab fest, ob Sie Reichweite, Vertrauen oder Leads aufbauen wollen – und welcher Kanal dazu passt.
  • Zu breit aufgestellt: Wer alle ansprechen will, erreicht niemanden. Eine klar definierte Primärzielgruppe macht Inhalte wirksamer.
  • Einmalige Aktionen statt Rhythmus: Ein Whitepaper pro Jahr ist kein Content-Marketing. Sichtbarkeit entsteht durch Kontinuität.
  • Komplexität als Ausrede: „Unsere Produkte sind zu erklärungsbedürftig für Social Media“ – das ist kein Argument. Komplexität ist kein Hindernis; sie ist Ihr Thema. Gut aufbereitet, ist sie Ihr Wettbewerbsvorteil.
  • Formate unreflektiert übernommen: Was bei einem FMCG-Unternehmen funktioniert, passt nicht automatisch für Medizintechnik. Formatentscheidungen brauchen immer den Zielgruppen-Kontext.

Content-Strategie für Ihre Medizintechnik-Kommunikation – praxisnah und ohne Agentur-Overhead

Sie wissen, dass Ihre Kommunikation mehr leisten könnte – aber Ihnen fehlt der Überblick, wo Sie ansetzen sollen?

Buchen Sie Ihren kostenfreien 30-minütigen Content-Check. Ich schaue mir Ihre aktuelle Situation an und zeige Ihnen, wo Ihre größten Hebel liegen.

✓ 19+ Jahre Erfahrung ✓ DSGVO-konform ✓ 30 Min. unverbindlich ✓ Antwort in 24 h

Häufige Fragen zur Content-Strategie für Medizintechnik

Nicht zwingend. Gerade im Mittelstand hilft eine schlanke Strategie mit klarer Zielgruppe, wenigen Kernthemen und einem realistischen Redaktionsplan mehr als ein umfangreiches Strategiedokument, das im Alltag niemand umsetzt.

Das hängt maßgeblich davon ab, wen Sie ansprechen – und in welcher Rolle (siehe Schritt 2). Für Einkaufsentscheidende in Kliniken oder Beschaffungsverantwortliche in Pflegeeinrichtungen sind fachlich fundierte Beiträge zu regulatorischen Themen wie MDR-Konformität oder Erstattungsfähigkeit besonders wirksam. Für verordnende Fachärztinnen und Fachärzte funktionieren anwendungsorientierte Formate gut: Produktvergleiche, klinische Anwendungsberichte, Erklärvideos. Wenden Sie sich an Patientinnen und Patienten, brauchen Sie niedrigschwelligen Content ohne Fachjargon – verständlich, klar strukturiert und gut auffindbar. In allen Fällen gilt: Substanz schlägt Masse, und gut strukturierte Inhalte werden sowohl von Suchmaschinen als auch von LLMs als verlässliche Quelle eingestuft.

Das kommt auf den Umfang und natürlich auf den Dienstleister an. Bei mir als Content-Stratege beginnt ein Content-Audit bei 800 €, ein Redaktionsplan für drei Monate bei 1.200 €. Eine umfassende Strategie inklusive SEO-Analyse, Pillar-Page-Konzeption und Workshop startet ab 2.500 €. Bei langfristiger Zusammenarbeit sind flexible Retainer-Modelle möglich – immer mit transparentem Angebot vorab.

Das hängt vom Produkt ab. Bei Hilfsmitteln, die aktiv benannt oder gewählt werden können – etwa Rollstühle, CPAP-Geräte oder Orthesen –, lohnt niedrigschwelliger Content. Er kann Beschaffungsentscheidungen beeinflussen, auch wenn der formale Kauf über Leistungserbringer läuft.

Quellen